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TAG 031 – Die Genesis-Bilanz

“Falls Sie immer noch nicht überzeugt sind: Raucher können stundenlang von den großen Vorzügen des Rauchens schwärmen, aber es gibt in unserer westlichen Gesellschaft nicht einen Vater, nicht eine Mutter, die ihre Kinder oder Enkel nicht mit aller Kraft davon abzuhalten versuchen. Ist das nicht Beweis genug, dass diese sich wünschen, selbst nicht in die Falle geraten zu sein?” Allen Carr

Man sagt gerne Eltern nach, dass sie ihren eigenen Kindern nie etwas Schlechtes raten oder antun würden. Hört man ab und zu in den Nachrichten über Kindstötungen und Verwahrlosung seitens eines oder beider Elternteile mag man dies kaum glauben. Diese Eltern sind aber auch krank im Kopf. Bei normalen Eltern mit einem normalen und gesunden Verstand unterzeichne ich die einleitende These sofort.
Rauchende Eltern sind komischerweise immer selbst enttäuscht, wenn ihre Kinder plötzlich ebenfalls anfangen zu rauchen. Sie raten ihren Kindern immer nie damit anzufangen, wohlwissend wie übel diese Drogensucht und Nikotinfalle in Wirklichkeit ist. Auch wenn ich der Meinung bin, dass Kinder ab einem bestimmten Alter nicht immer und zu jeder Zeit auf ihre Eltern hören sollten und eigene Erfahrungen und Fehler machen sollten, stimme ich diesem gut gemeinten Ratschlag völlig zu.

Auch meine alleinerziehende Mutter war damals zutiefst enttäuscht als ich mit 18 anfing zu rauchen. Vor allem da sie selbst eine echte Nichtraucherin war. Als ich dann aber endgültig nach meiner letzten Zigarette aufgehört habe zu rauchen und symbolisch sowohl meine halbvolle Schachtel samt edlem Sturmfeuerzeug in den Müllemer warf und dieselbigen am nächsten Tag auf dem Küchentisch wiederfand, führte das von meiner Seite aus zu einem heftigen Gefühlsausbruch und Streit. Ich konnte nicht glauben, dass meine eigene Mutter mir nicht mehr zutraute, dass ich es schaffen werde für immer mit dem Rauchen aufzuhören und mich mit dieser vielleicht nur symbolischen Tat in der Raucherfalle halten wollte. Ich warf die Raucherutensillien sofort wieder in den großen Hofmülleimer, riet ihr mich nicht damit zu provozieren und war noch fester davon überzeugt für immer Nichtraucher werden und bleiben zu wollen.

Heute verstehe ich warum sie die Zigaretten aus dem Mülleimer rausgeholt hatte. Ich hatte soviele unzählige Versuche unternommen aufzuhören und war kläglich gescheitert, dass ich auch mit diesem Versuch völlig unglaubwürdig geworden bin. Raucher, die immer wieder aufhören und wieder anfangen verlieren bei ihren Mitmenschen vollends die Glaubwürdigkeit. Man traut ihnen nichts mehr zu, auch nicht in anderen Lebensbereichen, das senkt im Gegenzug das eigene Selbstvertrauen, was wiederrum zu Depressionen und schlechter Laune führen kann, deshalb raucht man wieder eine um sich besser zu fühlen und zu entspannen und der gesamte Teufelskreislauf fängt von vorne an.

Wenn du also nicht willst, dass du ebenfalls irgendwann völlig dein Gesicht vor anderen Menschen verlierst, mach dich endlich ans Werk für immer mit der Raucherei aufzuhören. Bis auf den Aufhör-Ratschlag von echten Nichtrauchern, rate ich aber zur Vorsicht auf Methodenvorschläge von Nichtrauchern zu hören. Diese Menschen können dich gar nicht in der Methodenwahl beraten, wie du aufhören musst, da sie selbst nie geraucht haben und ihnen die volle Tragweite der Gehirnwäsche und der damit verbundenen Rauchergedankenwelt nicht beratschlagend zur Seite stehen können. Nichtraucher wissen nur um die Gefährlichkeit der Nikotinsucht und das reicht für sie völlig aus um nie zu rauchen. Raucher wissen inzwischen ebenfalls um die Gefährlichkeit der Nikotinsucht, doch auch die Nikotinbestie ist nicht auf den Kopf gefallen. Sie ist schlau, listig und hinterhältig und schafft es jeden Gedanken ans Aufhören mit allerlei Argumenten wieder zunichte zu machen. Diesem ebenbürtigen Gegner kann man meistens nur mit Hilfe derer beikommen, die irgendwann durch die gleiche Hölle gegangen sind. Es gibt einen weisen Ausspruch: “Derjenige, der nicht dasselbe erlebt hat wie ich soll mir keine Ratschläge geben!” Aus diesem Grund halte ich sowohl nichtrauchende Ärzte und Therapeuten wie auch echte Nichtraucher für wenig hilfreich, wenn es darum geht den Raucher und seine Qualen zu verstehen. Dies können nur echte erfolgreiche Ex-Raucher. Ein Arzt kann dir Therapieformen vorschlagen. Ein Arzt versucht diesem ganzen Unsinn medikamentös beizukommen, da Ärzte jegliche Form von Sucht in ein und denselben Topf schmeissen. Hilft Metadon beim Heroinentzug, verhält es sich beim Nikotinentzug und der Ersatztherapie nur zum Teil so. Die Erfolgsquoten von gerade mal 20 % sprechen Bände. Selbst bei der Easyway-Methode stehen die Erfolgsaussichten 50:50. Entweder top oder flop. Leider gibt es im Falle der Nikotinsucht keinen goldenen Mittelweg. Entweder du bist ein Raucher oder du bist ein Nichtraucher. Warum es aber keinen goldenen Mittelweg gibt, werde ich im weiteren Verlauf dieses Projekts deutlich machen.

Bis jetzt haben wir in diesem einleitenden Monat Genesis folgende Dinge des Raucherproblems behandelt:

  • Wir haben festgestellt, dass Rauchen eine schreckliche Drogensucht ist und die Einsicht gewonnen, dass man selbst abhängig ist und diesen Zustand nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte.
  • Wir haben den Mythos um die erste Zigarette und deren verherrende Wirkung auf das folgende Raucherleben und die damit verbundene Gehirnwäsche aufgelöst.
  • Wir haben das Thema Sucht und Abhängigkeit generell besprochen und die Nikotinsucht im einzelnen. Dazu haben wir die Wirkungsweise der Falle in Relation gestellt.
  • Wir haben die hauptsächlichen Nachteile wie Selbstversklavung, Gesundheitsschäden, finanzielle Ausgaben und alltäglich vorkommende Gehirnwäsche näher beleuchtet und uns klar gemacht, dass es diesbezüglich schlechte erfolgreiche Vorbilder gibt.

Doch das Wichtigste ist: du bist nach einem Monat immer noch dabei und machst schon erste Erfolge, da du dich der Herausforderung stellst und nicht wie viele schon nach 14 Tagen aus Angst vor dem Erfolg verabschiedet hast. Bleib also weiter dabei, du kannst nur gewinnen.

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textquelle(n): allen carrs “nichtraucher-tagebuch“, 365 unterstützende gedanken, taschenbuch 365 seiten, mosaik bei goldmann verlag, isbn-13: 978-3-442-16682-4, tagebuch-gedanken kostenlos per e-mail abonnieren

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