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TAG 028 – Ein Fehler fürs Leben

“Wann haben Sie sich entschieden, Raucher zu werden? Nein, ich meine nicht, wann Sie zum ersten Mal eine Zigarette probiert haben. Ich meine exakt: Wann haben Sie die Entscheidung getroffen, sich Zigaretten zu kaufen? Nicht nur aus Geselligkeit zu rauchen, sondern auch bei anderen Gelegenheiten. Wann ging es los, dass Sie sich verunsichert fühlten, wenn Sie nicht eine Packung bei sich hatten? Wann haben Sie entschieden, ohne Zigarette ein Essen nicht genießen oder nicht telefonieren zu können? Wenn Sie im Kopf schon frei sind, werden Sie feststellen, dass Sie niemals solche Entscheidungen getroffen haben.” Allen Carr

Das ist ja eigentlich auch die Tragödie an der ganzen Raucherei. Man hatte in der Vergangenheit einen einzigen schwachen Augenblick, welchen die Nikotinbestie sofort ausgenutzt hat um uns ein Leben lang abhängig zu machen. Kein Raucher auf der Welt zündet die allererste Zigarette mit dem Gedanken an: “Ab heute will ich ein glücklicher Raucher werden und Hunderttausende von Euro ausgeben, damit ich mir eine letztendlich tödliche Krankheit hole!” Diese Enscheidung trifft kein Raucher, er wird einfach überrumpelt.

Meistens geschieht es in den Jahren der Pubertät oder kurz danach, dass man anfängt zu rauchen. Jugendliche verbinden anfangs irrtümlicherweise das Rauchen mit Unabhängigkeit, Erwachsensein, Coolness. Junge Männer unterliegen der fälschlichen Vorstellung sie würden durch eine Zigarette männlicher und ernster wirken und somit nicht mehr von ihrer Umgebung als pubertierende Milchbubi angesehen zu werden. Hinzu kommt sehr oft das Phänomen des Gruppenzwangs in einer Clique kein Außenseiter sein zu wollen, also raucht man seine erste Zigarette mit ohne es eigentlich wirklich zu wollen. Bei Mädchen hingegen herrscht die Meinung, Rauchen würde schlank machen, da es das Hungergefühl unterdrückt bzw. ersetzt und frau somit durch geringere Nahrungsmittelaufnahme ein Schlankheitsbild der modernen erotischen Frau aus der Werbung behalten wird können. Diese oder ähnliche Meinungen bewegen Jugendliche dazu ihre erste Zigarette zu rauchen ohne sich der Gefahr richtig bewusst zu sein, dass sie davon ein Leben lang abhängig werden können. Hinzu kommt, dass man sich jung, stark und gesund fühlt, so dass sich kein Mensch in dieser Phase seines Lebens auch nur im Geringsten vorstellen kann, dass Nikotin und alle anderen giftigen Substanzen im Tabak eine dermassen verherrende Wirkung auf die Gesundheit und die Psyche haben könnten.

Wie so oft kommt das böse Erwachen erst viel viel später. Nun ist man(n) oder frau sich der Sucht bewusst, kann meistens gar nicht verstehen wie man es all die Jahre hinweg soweit hat kommen lassen. Um den Fehler, denn man anscheinend in seiner Jugend begangen hat, zu rechtfertigen, erfinden Raucher jeden Tag eine Unzahl von Ausreden um sich ihre eigene Drogensucht zu erklären oder/und sich einzureden, Rauchen sei nur eine schlechte Angewohnheit. Raucher begreifen nicht, dass sie damals als Jugendlicher eigentlich gar keinen Fehler gemacht haben. Sie wurden schlicht und einfach hintergangen. Durch die Gesellschaft, die Werbung, falsche Vorbilder im Familien-, Bekannten- und Freundeskreis. An der ersten gerauchten Zigarette hat fast kein späterer Raucher schuld.

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textquelle(n): allen carrs “nichtraucher-tagebuch“, 365 unterstützende gedanken, taschenbuch 365 seiten, mosaik bei goldmann verlag, isbn-13: 978-3-442-16682-4, tagebuch-gedanken kostenlos per e-mail abonnieren

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