Das Geniale an der Nikotinfalle ist, dass sie jeden Raucher glauben lässt er wäre nicht drogen- und nikotinsüchtig. Das “kleine Nikotinmonster” besitzt solch eine starke Fähigkeit das Gehirn des Rauchers zu verwässern, dass er diese Gehirnwäsche gar nicht merkt und als normale Gedankengänge ansieht. Der Raucher unterschätzt tagtäglich seine Nikotinsucht. Die Gehirnwäsche lässt ihn glauben, dass Rauchen nur eine reine Gewohnheitssache ist, und wenn er will, kann er es problemlos lassen. Versucht der Raucher einmal aber das Rauchen tatsächlich zu lassen, merkt er erst, dass er schon nach einer kurzen Zeit von ein paar Tagen nicht ohne seine Giftdosis auskommt. An ein dauerhaftes Aufhören auf Lebenszeit ist gar nicht zu denken. Erst in diesem Augenblick merkt der Raucher, dass er ohne seine “besonderen Zigaretten” nicht mehr leben kann.
Diese ganze Tragödie beginnt aber schon mit der allerersten Zigarette. Sie schmeckt so furchtbar und wird vehement durch körperliche Reaktionen vom Organismus abgestoßen, dass sich jeder Mensch dermassen in Sicherheit fühlt und kein Opfer auch nur im entferntesten daran denkt schon in der Nikotinfalle zu sitzen. Es gibt nun Menschen, die achten sofort auf die Signale, die ihnen der Körper hinsichtlich des Rauchens sendet und lassen sich gar nicht auf das verhängnisvolle und traurige Leben eines Rauchers ein. Es soll sogar tatsächlich Menschen geben, die selbst aus reiner Neugier diese erste Zigarette nie probiert haben. Stellt dir das mal vor!

Die Meisten aber rauchen am Tag nach der ersten Zigarette sowieso nicht. Sie rauchen auch nicht von einem Tag auf den anderen 20 oder mehr Zigaretten. Bei mir war das ebenso. Ich fing an zu rauchen, und im Laufe des ersten Jahres steigerte ich mich so langsam von 0 Zigaretten auf 20. Ich dachte: “Da es mich körperlich nicht schädigt und mir das inhalierende Gefühl in der Lunge Spaß macht, warum sollte ich auf solch einen Genuß verzichten?” Damals glaubte ich nicht einer einzigen Warnung, weder von Nichtrauchern und von Rauchern schon gar nicht. Wie kann mir ein Raucher raten, dass ich es lieber lassen solle, aber sich im gleichen Augenblick eine ansteckt und genüsslich den Rauch in die Lunge zieht und wieder ausstößt. Diese Irrationalität und Unberechenbarkeit habe ich damals nicht verstanden und es einfach auf die leichte Schulter genommen.
Da du höchstwahrscheinlich denselben Fehler gemacht hast, kann ich dich hiermit nur auffordern endlich deine Augen zu öffnen und sich selbst einzugestehen, dass du drogensüchtig bist. Unterschätze nicht die Gefährlichkeit des Rauchens, nur weil du im Augenblick außer den hohen Kosten für den Konsum nur Vorteile zu sehen glaubst. Reiße einfach die Panoramawand nieder, die die Nikotinbestie um deinen Verstand gelegt hat, oder bohre erstmal in diese schöne glitzernde Welt ein paar kleine Gucklöcher, spicke wie zur Schulzeit hindurch und schaue endich wie die Realität dahinter tatsächlich aussieht.
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textquelle(n): allen carrs “nichtraucher-tagebuch“, 365 unterstützende gedanken, taschenbuch 365 seiten, mosaik bei goldmann verlag, isbn-13: 978-3-442-16682-4, tagebuch-gedanken kostenlos per e-mail abonnieren
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