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TAG 011 – Hände Hände sein lassen

“Damit haben meine Hände etwas zu tun!”, sagen viele Raucher. Manche Menschen trommeln mit den Fingern auf der Tischplatte, wenn sie nervös, aufgewühlt, ängstlich, gestresst oder gelangweilt sind. Ein Raucher muss anscheinend eine Zigarette in der Hand halten. Aber es bleibt nicht dabei, dass er sie ledglich eine Weile hält und dann wieder in die Packung zurücksteckt. Wenn das so wäre, wären Sie zum jetzigen Zeitpunkt immer noch bei Ihrer zweiten Zigarette.” Allen Carr

Raucher halten nicht die Zigarette in ihren Händen als Beschäftigungstherapie, sondern weil sie abhängig sind nach der Inhalierung des süchtigmachenden Stoffcocktails, der im Tabak enthalten ist. Ich werde irgendwann an anderer Stelle auf die ca. 4000 verschiedenen Substanzen zu sprechen kommen, von denen nur ein paar hundert in der ursprünglichen Tabakpflanze vorkommen. Der Rest wurde im Raffinierungsprozess der Tabakindustrie hinzugefügt. Das Argument von Rauchern sie würden nicht wissen was sie mit ihren Händen anfangen sollen und deshalb rauchen sie, klingt zuerst einmal plausibel. Vor allem für andere Raucher oder Ex-Raucher, deren letzte Zigarette nicht sehr lange her ist. Nichtraucher wundern sich über diese Ausrede, denn kein Nichtraucher kommt überhaupt auf diesen Gedanken, was er denn mit seinen Händen tun soll wenn sie nichts zu tun haben. Dann haben sie eben nichts zu tun.

Kung Fu Meister rauchen nicht!

Kung Fu Meister rauchen nicht! Sie jagen mit Stäbchen den Reiskloß im Suppenteller.

Die menschlichen Extremitäten sind so angelegt, dass sie auch eine Weile ohne Betätigung zurechtkommen. Unsere Hände, Füsse, Augen, Nase, Mund und Ohren, sowie sämtliche anderen Organe werden vollautomatisch vom Gehrin gesteuert, so dass der Mensch sich mit diesen Aufgaben nicht bewußt beschäftigen muss. So etwas nennt man Leben. ;-)
Es gibt aber Kampfsport- und -kunstmeister, die es anscheinend schaffen durch bloße Konzentration den Blutkreislauf zu beeinflussen oder den Herzschlag bewusst zu erhöhen oder zu senken. So etwas erfordert aber jahrelanges, wenn nicht jahrzehntelanges tägliches Training und völlige Selbstdisziplin. Stell dir mal vor, du musst jetzt wenn du aufhörst zu rauchen jeden Tag ca. 4-6 Stunden meditieren um deine Hände soweit zu disziplinieren, dass sie die Fluppe zur Beruhigung nur in den Fingern halten, aber nicht zum Mund geführt wird und schon gar nicht davor angezündet wird. Von dieser Warte aus gesehen sind alle Nichtraucher und erfolgreichen Ex-Raucher wahre Kung-Fu-Meister.

Ich muß ehrlich zugeben, dass ich mich mit diesem Gedanken überhaupt nicht belastet habe. Ich wußte, wenn ich aufhöre zu rauchen, wird die Beschäftigung meiner Hände die kleinste Sorge sein von allen. Und so war es dann auch. Nachdem ich aufgehört habe zu rauchen, hatte ich ein paar Tage das Gefühl, jetzt müssten meine Hände etwas tun, weil sie sich an den jahrelangen automatisierten stündlichen Griff nach der Zigarettenschachtel und dem Feuerzeug gewöhnt haben. Und nur in diesem Fal rede ich von echter Gewohnheit, die sich durch das Einstellen des Rauchens auf Lebenszeit völlig selbst regulieren wird ohne das eigene Zutun.

Wenn du aber damit Probleme haben solltest, würde ich mir folgendes witzige Fragebild ins Gedächtnis rufen: “Gott sei dank sind es nur die Hände, stell dir mal vor, ich hätte damals mit den Füssen geraucht!”

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textquelle(n): allen carrs “nichtraucher-tagebuch“, 365 unterstützende gedanken, taschenbuch 365 seiten, mosaik bei goldmann verlag, isbn-13: 978-3-442-16682-4, tagebuch-gedanken kostenlos per e-mail abonnieren
bildquelle(n): moviewallpapers.net / dreamworks

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