Nun magst du dich damit trösten, dass du nicht heroinabhängig bist und es dir nie passieren kann, dass du wegen schmerzhafter Entzugserscheinungen die Wände hochgehst. Wiege dich deshalb nicht in Sicherheit. Die chemischen Prozesse bei Nikotin- und Heroin- oder Kokainabhängigen ähneln sich ungemein. Nur beenden harte Drogen das Leben eines Süchtigen viel schneller als dies bei Nikotin der Fall ist.
Bei beiden Suchtmitteln entfernt die Droge die Entzugserscheinungen der vorhergehenden eingenommenen Dosis nur auf eine bestimmte Zeit und produziert bei Absinken der Dosis im Blutkreislauf ein neues Verlangen danach. In gewisser Weise sind Nikotinsüchtige schlimmer dran als Heroinabhängige. Die meisten Raucher sehen ihre Drogensucht als reinen Zeitvertreib und als schlechte Angewohnheit, Heroinabhängige sind sich ihrer aussichtslosen Lage viel bewusster. Wenigstens wenn der Rauschzustand soweit nachläßt und sie sich wieder in unserer Realität befinden. Raucher sind zu jeder Zeit mental auf der Höhe und handlungsfähig. Sie können alles im Leben tun und lassen, alles erreichen wie Nichtraucher, nur bei einer Sache scheitern sie jeden Tag immer wieder aufs Neue: wenn es darum geht dem Nikotindrachen die Stirn zu bieten und ihm den Zigarettendienst zu versagen.
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textquelle(n): allen carrs “nichtraucher-tagebuch“, 365 unterstützende gedanken, taschenbuch 365 seiten, mosaik bei goldmann verlag, isbn-13: 978-3-442-16682-4, tagebuch-gedanken kostenlos per e-mail abonnieren
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