Als Kind war ich neugierig und habe mal den Rauch einer Zigarette richtig inhaliert. So wie es Erwachsene eben machen. Mir wurde speiübel, es drehte sich alles um mich herum und ich wäre fast in Ohnmacht gefallen. Nicht selten benutzen Eltern diesen Effekt bei ihren eigenen Kindern als Abschreckungsmethode, damit ihre Kinder später nicht denselben Fehler machen und in die gleiche Nikotinfalle tappen. Über diese rigorose Abschreckungs- und Erziehungsmethode lässt sich womöglich streiten, die Tatsache aber, dass Eltern ihren eigenen Kindern schon von vornherein die lebenslange Sklaverei vermiesen wollen, spricht Bände.
Wieso das denn?
Rauchen bietet doch ein enormes Gefühl des Genusses und des Wohlbefindens, woher also plötzlich diese andersgeartete Gesinnung eines Rauchers?
Mit 18 wollte ich dann cool sein und einen Schulkameraden vor dem Ausgehen damit schocken, dass ich eine rauche. It’s a mens world!
Diese Dummheit wird mich 8 Jahre lang verfolgen, mir fast 15.000 Euro aus der Tasche ziehen und meine Gesundheit bis an den ersten Rand des Abgrunds bringen.
Mein Kumpel war geschockt, er rauchte diesen Abend nicht mit, tappte später aber ebenfalls in die gleiche Falle. Womöglich bis heute noch.
Das ist mit ein Grund, warum Raucher keine Vorbilder sein sollten und es eigentlich auch nicht können. Sie bewegen unabsichtlich andere Menschen dazu die so ungefährliche erste Zigarette zu rauchen, wollen aber selber damit aufhören. Bei manchen Rauchern mit einem ausgeprägten Selbstzerstörungstrieb nimmt diese Selbstversklavung derweil destruktive Formen an. “Wenn ich nicht aus der Falle komme, komm doch du zu mir in die Falle!” Das ist sehr oft die unterschwellige Botschaft, die Raucher labilen Nichtrauchern tagtäglich senden.

Lass dich nicht aufs Raucherkarussell ein!
Wenn du also als Nichtraucher diesen Beitrag liest, gebe ich dir den wirklich gutgemeinten Rat: Lass dich nicht von Rauchern diesbezüglich an der Nase ziehen! Entweder wissen Raucher was sie da tun oder sie wissen es eigentlich nicht, geben aber vor es zu wissen. Bleib also standhaft und lass dir keine Ketten anlegen.
Wenn du ein/e Raucher/in bist, womöglich noch ein erziehender Elternteil: bevor du die Abschreckungsmethode bei deinen Kindern anwendest, überleg dir erstmal wie glaubwürdig du vor deinen eigenen Kindern und anderen wirkst, wenn du sie mit zwar ehrlich gemeinten Methoden dazu motivierst aufzuhören, gleichzeitig aber durch die eigene Rauchersucht eine unterschwellige Botschaft sendest “Rauchen ist ja eigentlich gar nicht so schlimm!” und damit alles wieder zunichte machst, womöglich noch den Grundstein legst die nächste Generation der Raucher heranzuziehen.
Rauche deine Zigarette bewusst und frage dich, ob es nicht doch wirksamer wäre als Vorbild voranzugehen und durch den Akt des Aufhörens deinen Kindern zu signalisieren, dass Rauchen keinerlei Vorteile für sie in Zukunft zu bieten hat.
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textquelle(n): allen carrs “nichtraucher-tagebuch“, 365 unterstützende gedanken, taschenbuch 365 seiten, mosaik bei goldmann verlag, isbn-13: 978-3-442-16682-4, tagebuch-gedanken kostenlos per e-mail abonnieren
bildquelle(n): elmar-baumann.de
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