Rauchen macht vergesslich: Besonders das Langzeitgedächtnis und die Erinnerung an die Dinge des täglichen Lebens leiden unter starkem Nikotin-Konsum, haben britische Forscher festgestellt. Wie stark das Gedächtnis durch das Rauchen beeinträchtigt wird, hängt dabei von der eingeatmeten Nikotindosis ab, schreibt Tom Heffernan von der Northumbria-Universität in Newcastle-upon-Tyne.
Für ihre Arbeit befragten die Wissenschaftler 763 Raucher und Nichtraucher nach Gedächtnislücken im Alltag, wobei sie zwischen starken und schwachen Rauchern unterschieden. Erstere rauchten mehr als 15 Zigaretten am Tag, die anderen weniger als 4. Per Internetfragebogen wurden die Probanden zu ihrem Langzeitgedächtnis (“Wie oft erzählen sie jemandem einen Witz, den sie dieser Person schon einmal erzählt haben?”) und zu ihrem alltäglichen Gedächtnis (“Wie oft vergessen sie, wo bestimmte Sachen liegen?”) befragt.
Raucher schnitten beim Test des Langzeitgedächtnisses wesentlich schlechter ab als Nichtraucher, ergab die Auswertung. Doch auch innerhalb der Rauchergruppe gab es relativ große Unterschiede, wobei die eingeatmete Nikotindosis die Schlüsselrolle spielte: Je mehr Zigaretten geraucht wurden, desto schlechter war das Gedächtnis des Rauchers. Auch das alltägliche Gedächtnis war bei starken Rauchern tendenziell stärker beeinträchtigt.
Die genauen Gründe für diese Testergebnisse sind den Forschern noch nicht bekannt. Sie vermuten jedoch, dass der Nikotinspiegel im Blutplasma mit der Gedächtnisleistung zusammenhängt, denn Nikotin kann psychischen und körperlichen Stress auslösen. Der Nikotinspiegel ist jeweils nach dem Rauchen einer Zigarette nur für eine kurze Zeit erhöht, dann sinkt er wieder ab. Bei Rauchern findet demnach die Aufnahme, Speicherung und letztlich auch das Wiederabrufen einer Information bei einem sich ständig verändernden Nikotinspiegel statt. “Dies könnte erklären, weshalb das Gedächtnis von Rauchern beeinträchtig ist”, erklärt Heffernan.
Letzte Kommentare