Meine Erfahrung bei der “Methode Willenskraft” ist, dass je mehr man sich darauf verhärtet etwas erreichen zu wollen umso geringer die Wahrscheinlichkeit ist, diesem Ziel auch tatsächlich näher zu kommen. Oder es kommt der Umstand dazu auf dem Weg zum Ziel dermassen viele Verluste hinnehmen zu müssen, dass der Erfolg die Mittel auf keinen Fall mehr aufwerten kann.
Das ist eine generelle Lebenserfahrung und hat in erster Linie mit dem Rauchen gar nichts zu tun. Beim Rauchen aber spitzt sich die Lage dermassen zu, weil man leider den psychischen Druck im Nacken spürt aufhören zu müssen, da es die Gesundheit irgendwann nicht mehr zulässt seiner Drogensucht untätig gegenüberzustehen.
Man sieht nicht selten jammernde und wimmernde Nichtraucher, die um alles in der Welt wieder eine rauchen wollen, aber zu Recht befürchten wieder für immer abhängig zu werden. Dies kann in der Tat aus einem gesunden und starken Geist einen seelisch kaputen Menschen machen. Leider sind diese Menschen eines der schlechtesten Vorbilder wenn es darum geht einen Raucher zu überzeugen, wie schön es ist sein Leben als Nichtraucher zu bestreiten. Der Raucher sieht diesen unglücklichen Nichtraucher und kommt zum folgenden logischen Entschluß:
“Wenn nichtrauchen für mich bedeutet unglücklich zu sein, so rauche ich lieber weiter und nehme die schlimmen Folgen, von denen ich so oder so nicht überzeugt bin, in Kauf. Mein Opa ist auch 80 Jahre alt geworden!”
Diese Raucher haben aber die Lage nicht richtig analysiert und erkannt, dass dieser winselnde Nichtraucher mit der “Methode Willenskraft” nur versucht der Versuchung entgegenzutreten und dies zwar schafft, aber sich dabei trotzdem nicht wohlfühlt. Diese Nichtaucher sind leider nur rein physisch gesehen Nichtraucher. Mental jedoch rauchen sie immer noch weiter. Sie sehen sich im Geiste ständig eine Zigarette halten und dies produziert diese negativen Gefühle irgendetwas entbehren zu müssen.
Wenn ich daran zurückdenke wie ich eine Zigarette hielt, so fällt mir augenblicklich auch der dauernde Husten und der grünlich-blutige Rachenschleim ein, denn ich immer öfter zu Tage förderte. Dann bin ich dermassen froh dieser Falle für immer entkommen zu sein, dass ich nur Mitleid verspüre für all die Milliarden Raucher da drausen die diesen schrecklichen Weg noch vor sich haben.
Merkst du jetzt worin der Unterschied liegt zwischen einem echten Nichtraucher und einem Nichtraucher oder Raucher? Wenn das Kopfkino wirkt, dann solltest du dir angewöhnen beim Thema Rauchen nicht nur das Bild eines “glücklichen Rauchers” vor Augen zu halten, sondern auch hinter die Fassade zu blinzeln. Entweder jeder Raucher verschleiert gekonnt seine Belastung, die das Rauchen unweigerlich mit sich bringt oder der Nichtraucher hat es gelernt ein negatives Raucherbild sofort mit einem positiven Bild zu ersetzen und sich somit selbst die Bestätigung und Sicherheit gibt immer die richtige Entscheidung zu treffen.
Irgendwann automatisiert sich diese mentale Konditionierung und man muss nicht mehr willentlich daraufhin zuarbeiten. Selbst im größten Suff, wenn ich anscheinend nicht mehr weiß was ich tue oder rede, hat es noch kein boshafter Vetreter des Raucherglückes geschafft mir eine Zigarette anzudrehen. Die ablehnende Haltung geht in Fleisch und Blut über, so dass es dir gar nicht mehr in den Sinn kommen wird, eine zu rauchen.
Warum auch?
Du bist ein Nichtraucher.
“Die Logik gebietet dir auch nicht zu rauchen”, würde ein Vulkanier sagen.
Habe also keine Angst davor ein Nichtraucher zu sein.
Nichtraucher haben andere Probleme als Rauchen. Entweder sie haben diese Probleme nie gehabt oder das Problem für immer aus der Welt geschafft und widmen ihre Energie produktiveren Tätigkeiten zu.
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textquelle(n): allen carrs “nichtraucher-tagebuch“, 365 unterstützende gedanken, taschenbuch 365 seiten, mosaik bei goldmann verlag, isbn-13: 978-3-442-16682-4, tagebuch-gedanken kostenlos per e-mail abonnieren
bildquelle(n): cellerscene.de

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30/08/2010 von 17:05 (UTC 1 )
[...] Monat Januar, Genesis: Tag 002 – Meister Yoda auf dem Mount Everest Monat Februar, Analytikus: Tag 043 – Der rote Gifttaster grünt so grün, wenn des Rauchers Freuden glühn Monat März, Diagnosis: Tag 066 – Sind alle Nichtraucher asozial? Monat April, Homo fabulus: Tag 115 – Die Torsch(l)ußpanik des Rauchers Monat Mai, Methodus Willenskraftix: Tag 129 – Kopfbilder wirken [...]