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Apr

Leseprobe: Tag 115 - Die Torsch(l)ußpanik des Rauchers

“Der widerliche Geschmack, das Husten und die Übelkeit beim Rauchen der ersten Zigaretten sind ein Alarmsignal. Der Körper sagt uns: “Du verabreichst mir Gift! Bitte hör damit auf!” Rauchen wir trotzdem weiter, nimmt unser Körper an, wir hätten keine andere Wahl. Er kann sich nicht vorstellen, dass wir es aus unendlicher Dummheit tun.” Allen Carr

An dieser Stelle kommen wir zu einer der wichtigsten Frage, die sich jeder Raucher stellt wenn er aufhört zu rauchen:

Wann weiß ich, dass ich wieder ein Nichtraucher bin?

Du wirst sehr oft, selbst von Ärzten und Fachleuten hören: “Nun, die Gefahr des Rückfalls ist immer gegeben. Die Quoten und die Realität beweisen das immer wieder. C’est la vie! Sie können sich dessen NIE sicher sein.”
Wenigstens ist das die hinterschwellige Aussage, die jeder anderen zwielichtigen Aufhörmethode zu eigen ist.

Auch ich habe mir diese Frage sowohl damals als Raucher des öfteren wie jetzt als Nichtraucher ziemlich selten gestellt und versucht zu beantworten. Viele Feste- bzw. Eventraucher, nichtrauchende Raucher oder sogar Quartalsraucher sind ja der Einstellung, daß sie nicht rauchen weil sie es so selten tun. Sie kennen den ekelhaften Zustand als sie Vollzeitraucher waren und sind nun glücklich nur Halbzeitraucher zu sein. Man(n) stelle sich vor wie lustig es aussehen würde, wenn es in Fußballstadien ein Rauchverbot gäbe und man nur in der Halbzeit ausserhalb des Stadions rauchen dürfte. Die Beobachtung aus einem Helikopter während eines Fußballspiels würde mich nur brennend interessieren. Zehntausende von Besuchern strömen in den lächerlichen 15 Miunten Pause zum nächstgelegen Ausgang um eine rauchen zu dürfen. Nicht nur das dieser Umstand ein Sicherheitsrisiko wäre für Stadienbetreiber, sondern auch gewaltige Umsatzeinbussen mit sich führen würde bei der Stadiongastronomie.

Wobei auch dieses Thema der rauchfreien (Fußball)Stadien ebenfalls ein brisantes Thema ist, welches bis dato gesetzlich noch nicht geregelt werden konnte. Wie brisant aber dieses Thema ist, kann man an folgenden Beiträgen sehen:

Kommen wir aber zu meiner eigentlichen Fragestellung zurück: Wann weiß ein Raucher, daß er ein Nichtraucher ist?

Ist es dann wenn ich beim Inhalieren huste?
Vollzeitraucher sind dauernd am Husten. Diesen Menschen sagt der Körper auch nach Jahren der Sucht, daß er nicht vergiftet werden will. Insofern stimmt bei der Theorie der körperlichen Immunität irgendwas nicht. Oder sind das schon die ersten Anzeichen von Bronchitis, COPD oder sogar Lungenkrebs?
Nun, es ist richtig daß der Körper irgendwann, sogar ziemlich schnell den Nikotinmißbrauch einfach akzeptiert und sich der Vergiftung ergibt. Das heißt also, solange ich nicht huste ist alles in Ordnung? Auch diese Behauptung ist ein Trugschluß.

Würde ich nun nach Jahren meines Nichtraucherdaseins wieder eine rauchen um mir sicher zu sein, daß ich ein Nichtraucher bin, würde ich vermutlich wieder Hustenanfälle bekommen. Du denkst bestimmt, so dumm kann man nicht sein!

Warum sollte ein gestandener Nichtraucher sich davon überzeugen wollen, daß er ein Nichtraucher ist?
Das ist doch ein Widerspruch in sich. Nun, ich habe seit meiner allerletzten Zigarette nie wieder eine geraucht und werde auch nie wieder eine rauchen, aber ich habe genau dieses Phänomen bei Langzeit-Nichtrauchern beobachtet. Sie rauchen nur eine Zigarette um sicher zu gehen, daß sie ihnen nicht schmeckt und sie sowohl den Genuß, den Geruch und den Geschmack widerlich finden. Das ist doch verrückt, oder nicht? Es ist verrückt, aber auch dieses Phänomen ist logisch. Jemand der nach dem Rauchen seiner letzten Zigarette nicht gedanklich mit dem Thema Rauchen abgeschloßen hat, wird sich natürlich immer wieder Sicherheit holen wollen nicht drogensüchtig bzw. im Umkehrschluß drogenresistent zu sein.

Wenn also der Nichtraucher den Geschmack und Geruch einer Zigarette eklig findet, ist er ein Nichtraucher?
Ich fand Zigaretten sogar damals als Raucher eklig, stinkig, widerlich und abstoßend, trotzdem “vergaß” ich dies jedesmal wenn ich mir wieder eine anzündete. Das ist doch mitunter der beste Beweis, daß Rauchen keine schlechte Angewohnheit ist, sondern die schlimmste Drogensucht der Welt. Der wache Verstand sagt nein, der Körper sagt nein und trotzdem zündet sich der Raucher immer wieder eine an. Teufelskraut eben. ;-)

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textquelle(n): allen carrs “nichtraucher-tagebuch“, 365 unterstützende gedanken, taschenbuch 365 seiten, mosaik bei goldmann verlag, isbn-13: 978-3-442-16682-4, tagebuch-gedanken kostenlos per e-mail abonnieren / sueddeutsche.de / welt.de / soccer-fans.de
bildquelle(n): westfällische nachrichten

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Kommentare

ein Kommentar zu “Leseprobe: Tag 115 - Die Torsch(l)ußpanik des Rauchers”

  1. Der Countdown läuft : NOVAPLANETA
    am 14.04.2010 um 16:45 Uhr 

    [...] Monat Januar, Genesis: Tag 002 - Meister Yoda auf dem Mount Everest Monat Februar, Analytikus: Tag 043 - Der rote Gifttaster grünt so grün, wenn des Rauchers Freuden glühn Monat März, Diagnosis: Tag 066 - Sind alle Nichtraucher asozial? Monat April, Homo fabulus: Tag 115 - Die Torsch(l)ußpanik des Rauchers [...]

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