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17 Mrz |
Leseprobe: Tag 066 - Sind alle Nichtraucher asozial?verfasst von
novaplaneta (34) um 15:22 uhr in Diagnosis, Druck, Gehirnwäsche, Gesundheit, Konzentration, Langeweile, Nikotinsucht, Web 2.0 |
Ich höre sehr oft folgendes altbekanntes Vorurteil von Rauchern gegenüber Nichtrauchern:
“Raucher sind geselliger als Nichtraucher!”
Also, was ist denn das für ein Quatsch? Und wie kommen Raucher auf diesen Gedanken?
Selbst als ich damals Raucher war, war ich nie der Ansicht Nichtraucher wären nicht gesellig. Heute als Nichtraucher teile ich dieses Vorurteil schon mal gar nicht. Aber ich gehe im heutigen Beitrag auch dieser These nach und erforsche mal warum Raucher diese negative Einstellung haben gegenüber Nichtrauchern. Es ist nämlich die Antwort auf die falsche Vorstellung Raucher hätten ein interessanteres Leben als Nichtraucher, die anscheinend ein ziemlich trostloses langweiliges Dasein fristen, weil sie sich nicht in den Nikotingenuß begeben und somit die tollste Nebensache der Welt verpassen: Rauchen.
Obwohl wir in der heutigen Gesellschaft ein Umdenken haben im Hinblick auf das Rauchen in der Öffentlichkeit und es z. B. in Deutschland ein strikteres Nichtraucherschutzgesetz gibt, sehe ich persönlich die deutsche Gesellschaft immer noch eher anti-nichtraucher eingestellt. Es gibt immer noch viel zu viele Raucherzonen, da wo keine Raucherzonen sein sollten und durch die Übertragung von der Bundes- auf die Landesebene macht in dieser Hinsicht jedes einzelne Bundesland seine eigenen Bestimmungen bezüglich des Nichtraucherschutzes und der Massnahmen, die erforderlich sind um das Rauchen als eine asoziale und für Aussenstehende gesundheitsgefährdende Tätigkeit zu belegen. Das kommt meistens daher, da in den Gremien, die sich mit solchen Gesetzen auseinandersetzen sowohl Raucher als auch Nichtraucher vertreten sind. Trotz der erdrückenden Fakten über all die schädigenden Folgen der Nikotin- und Drogensucht setzt sich hier das Mehrheitsrecht durch, auch wenn es zum Nachteil der mehrheitlich nichtrauchenden Gesellschaft geht. Das ist unverantwortlich und hat mit Demokratie gar nix zu tun, obwohl es auf den ersten Blick erst einmal so aussieht als wäre die Mehrheit vertreten. Auch hier geht es wie so oft um reinen Lobbyismus. Das ist auch die Erklärung dafür warum sich in den letzten 50 Jahren zwar in der Aufklärung um die Nikotinsucht viel getan hat, aber es in der Gesetzgebung ziemlich träge vorangeht. Aus dieser politischen Dimension leitet sich leider auch die gesellschaftliche Dimension ab.
Da Nichtraucher eine vollgequalmte Rauchergesellschaft meiden nicht nur wegen der überzogenen Gefahren- und Risikoansichten, die mit dem Passivrauchen zusammenhängen, sondern größtenteils wegen der ekligen Atemluft und schlechterer Sicht in geschlossenen Räumlichkeiten, sind Raucher zu der falschen Einsicht gelangt Nichtraucher wären nicht gesellig. Sie bemerken aber nicht wie asozial es ist, wenn sich ein Raucher zufällig in einer mehrheitlich nichtrauchenden Gesellschaft befindet, plötzlich auf sein Recht pocht eine rauchen zu dürfen und es nicht selten zu Streitigkeiten diesbezüglich führt. Genauso asozial ist die Tatsache, dass Raucher immer wieder gezwungen sind solche Gesellschaften kurzzeitig zu verlassen um sich auf dem Balkon, vor der Tür, in der Aula, im Rauchersaal eine Zigarette genehmigen zu dürfen. Was soll an diesem Umstand so aufregendes sein sich selbst auszugrenzen, dass Raucher der Ansicht sind sie führten ein tolleres Leben als Nichtraucher? Komischerweise beweisen in solchen Situationen Nichtraucher eine viel höhere Sensibilität für das Problem und bringen Verständnis auf, als es im Umgekehrten der Fall ist. Ich habe noch nie gesehen, dass 10 Raucher ihr “tolles Hobby” einstellen wenn ein Nichtraucher zugegen ist, aber der Raucher erwartet in der Gesellschaft von 10 Nichtrauchern eine rauchen zu dürfen, da er nicht diskriminiert werden will. Ich gebe an dieser Stelle offen zu, dass ich nicht mehr so tolerant bin diesbezüglich und dies weiter zum Vorurteil beiträgt Nichtraucher wären asozial.
In ausgewiesenen Raucherzonen füge ich mich und akzeptiere die Tatsache, dass ich als Passivraucher mitleiden muss, wenn es anders nicht geht, aber bei Möglichkeit mache ich einen großen Bogen um diese Zonen.
In unklaren Weder-Noch-Zonen setze ich mich für das Nichtrauchen ein und verteidige mein mir Gott gegebenes Recht auf frische Atemluft und klare Sicht. Im Zwefelsfalle aber meide ich als Nichtraucher sehr oft auch solche Zonen um heftigen Disputen aus dem Wege zu gehen.
In klar ausgewiesenen Nichtraucher-Zonen verlange ich von jedem Raucher seine Drogensucht einzustellen und seine Zone aufzusuchen, in der sein “tolles Hobby” von Gesetz wegen erlaubt ist.
Diese gesunde Einstellung läßt Raucher vermuten Nichtraucher ähnlichen Typs wären nicht gesellig. Nun passiert in der Öffentlichkeit ohne Verletzung von Eigentums- und Besitzrechten sehr oft interessanterweise Folgendes: Raucher meinen Nichtrauchern den Zutritt in ihre Zonen verbieten zu dürfen! Ist das nicht eine Frechheit? Obwohl man mit seiner nichtrauchenden Haltung niemanden in allen oben angeführten Zonen gefährdet, meinen Raucher Verbote aussprechen zu dürfen. Hier beobachtet man zuweilen sehr gut wie die Gehirnwäsche vermeintliche Raumansprüche stellt wo gar keine Ansprüche durchsetzbar sein sollten. Nichtraucher haben in der Öffentlichkeit überall Bewegungsfreiheit, weil alle als Nichtraucher auf die Welt gekommen sind und die Welt für Nichtraucher erschaffen wurde. Selbst die Evolution und ihre Survival-of-the-Fittest-Doktrin erschafft immer giftfreie Lebensräume.
Angesichts dieses Clashs of Subcivilizations führen weder Raucher noch Nichtraucher generell ein interessanteres bzw. langweiligeres Leben. Sowohl Raucher wie auch Nichtraucher können beides haben, es nur am Rauchen festzumachen wäre unsinnig. Es geht nur um die Gehirnwäsche, die bei Rauchern bewirkt zu glauben, sie würden ein geselligeres und somit interessanteres Leben führen gerade weil sie rauchen. Ich konnte bis jetzt aber keine Übereinstimmungen dazu finden, obwohl ich beide Zustände kenne: das Raucher- und das Nichtraucherleben. Beide Lebensphasen waren interessant, nur dass ich jetzt weiß alle Lebenssituationen auch ohne Nikotin bewältigen zu können. Raucher sind davon überzeugt, dies nicht mehr zu schaffen.
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textquelle(n): allen carrs “nichtraucher-tagebuch“, 365 unterstützende gedanken, taschenbuch 365 seiten, mosaik bei goldmann verlag, isbn-13: 978-3-442-16682-4, tagebuch-gedanken kostenlos per e-mail abonnieren
bildquelle(n): welt.de
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am 17.03.2010 um 15:28 Uhr
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