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Gesunkener Tabakkonsum schlägt sich deutlich in Krebsstatistik nieder

03.12.2009 | Die Gesamtzahl der Krebstoten in den Staaten der Europäischen Union ist seit den 90er Jahren deutlich gesunken - vor allem, weil immer weniger Menschen rauchen. Das geht aus einer neuen Statistik hervor, die ein italienisch-schweizerisches Forscherteam erstellt hat.

“Die Schlüsselbotschaft unserer Studie ist, dass der günstige Trend bei der Sterblichkeit aufgrund von Krebserkrankungen in Europa in den letzten Jahren angehalten hat”, erklärt Cristina Bosetti. Die positive Entwicklung führen die Forscher zum einen auf einen insgesamt verminderten Alkohol- und Tabakkonsum zurück, wodurch beispielsweise Lungen-, Mundhöhlen- und Speiseröhrenkrebs zurückgegangen seien. Zum anderen verbesserten moderne Screening- und Behandlungsmethoden die Überlebenschance der Patienten. Dies schlage sich besonders in den Zahlen zu Brust- und Gebärmutterhalskrebs nieder.

Bei Hautkrebs stellt sich nach Angaben der Wissenschaftler ein differenziertes Bild dar: Während die Zahl der Menschen, die an Hautkrebs stirbt, insgesamt immer noch steigt, zeichnet sich bei jüngeren Generationen eine Trendwende ab. Bosetti nimmt an, dass die Warnung vor übermäßigem Sonnen gerade die jüngeren Menschen allmählich erreicht hat. Auch zwischen den Geschlechtern offenbart die Statistik bei einigen Krebsarten deutliche Unterschiede: So sind zwischen 1995 und 2004 EU-weit 17 Prozent weniger Männer an Lungenkrebs gestorben, während die Forscher bei den Frauen ein Anstieg um fast 30 Prozent verzeichneten.

Innerhalb der EU sind ebenfalls teils gravierende Unterschiede zu beobachten: “Länder wie Frankreich und Italien hatten bis in die frühen 80er den höchsten Alkoholkonsum. Seitdem ist er deutlich zurückgegangen, was zu positiven Trends bei Mundhöhlenkrebs geführt hat”, berichten die Forscher. Das genaue Gegenteil zeichne sich in den meisten Ländern Nordeuropas ab. Besonders gravierend sei die Entwicklung in Ungarn und der Slowakei, wo die Zahl oraler Karzinome dramatisch anstieg.

Die Länder mit der höchsten Gesamtzahl an Krebstoten sind bei den Männern Ungarn, Tschechien und Polen, bei den Frauen Dänemark, Ungarn und Schottland. Die niedrigsten Zahlen stellten die Forscher bei den Männern in Schweden fest, gefolgt von Finnland und der Schweiz. Die den Frauen schnitt Spanien, gefolgt von Griechenland und Portugal am besten ab. Nach Ansicht der Wissenschaftler spiegeln auch diese Ergebnisse vor allem das unterschiedliche Verhalten beim Tabak- und Alkoholkonsum wieder.1

  1. textquelle: ddp []

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