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7 Jul |
Bayern sagt JA!verfasst von
novaplaneta (34) um 13:58 uhr in Druck, Energie, Entspannung, Gehirnwäsche, Nikotinsucht, Novaplanetarium, Stress, Web 2.0 |
Endlich mal eine gute Nachricht von der Front.
In Bayern entschied nun ein Volksentscheid über das im gesamten Bundesgebiet leidige Thema zum Nichtraucherschutzgesetz. Seit Jahren schwillt ein politischer Kampf zwischen Rauchern und Nichtrauchern um das Verhalten von Nikotinsüchtigen in der Öffentlichkeit.
Obwohl das Bundesgesundheitsministerium das Thema Rauchen in der Öffentlichkeit und die damit verbundene Gesetzgebung zum Nichtraucherschutz in der Öffentlichkeit auf Landesebene delegiert hat um sich wie so oft vor einer bundesweiten Verantwortung herumzudrücken, haben nun die Bayowaren ihr Schicksal in die eigenen Hände genommen und entschieden:
61 % der Bayern-Bevölkerung sagen JA zum Nichtraucherschutzgesetz
welches ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie regeln soll. Immerhin 39 % haben gegen dieses Verbot ausgesagt. Somit haben die Bayowaren endlich einen großen Schritt getan um der Nikotinbelastung in der Gastronomie endlich vorzubeugen und haben für eine saubere Luft gestimmt. Passivrauchen ist nun in diesem südlichsten Bundesland kein Thema mehr. Für alle Raucher heißt das: Zigaretten aus im Restaurant, Gasthaus, Diskothek etc.

Mehr Informationen zum Volksentscheid und zum Nichtraucherschutz gibt es auf der Internetseite des Aktionsbüros Volksentscheid Nichtraucherschutz.
Wer die obere Seite besucht, kommt nicht umhin auch die Gegenseite anzuhören. Dies kann man auf der folgenden Webseite tun: Bayern sagt NEIN zum Volksentscheid. Ich muss sagen, dass ich mich beim “Durchblättern” auf dieser Seite köstlich amüsiert habe.
Ach … die armen armen Raucher. Jetzt wird ihr Recht die umgebende Atemluft mit Giften zu verpesten von den bösen bösen Nichtrauchern endlich per Gesetz gekappt. Da schießen ja einem die Tränen in die Augen, wenn man liest, mit welchen fadenscheinigen Argumenten Raucher für Toleranz, Freiheit und Gerechtigkeit in der Öffentlichkeit plädieren. Dann melden sich tolle prominente Vorbilder, die nur allzu gerne mit ihrer Rauchersucht auch in Zukunft andere belästigen wollen.
Auf der einen Seite also Stimmen der Prominenz für Leben und leben lassen und auf der anderen Seite die Initiatoren und Sponsoren der Kampagne. Die Liste liest sich wie das Einmaleins der Raucherlobby:
- Bayerischer Automatenverband e.V.
- Bundesverband der Zigarrenindustrie
- Der Genussverlag finetobacco Genussjournal
- Deutscher Zigarettenverband
- Verband der deutschen Rauchtabakindustrie
- Mittelständische Unternehmen der Tabakwirtschaft
- Bayernpartei
Die Gastronomen und ihre Verbände anzuführen würde diese Liste noch unnötig verlängern. Sie fürchten völlig unberechtigt Umsatzeinbussen durch das Wegbleiben von Rauchern in der Gastronomie und Wirtshauslandschaft. Interessant ist aber auch die Liste der Initiatoren aus der Alkoholbranche wie z. B. Private Brauereien Bayern, Bayerischer Brauerbund e.V., Verein zum Erhalt der bayerischen Wirtshauskultur etc. nur um einige zu nennen. Als könnte und dürfte man kein Bier trinken ohne eine Zigarette anzuzünden. Absolut lächerlich.
Befürchten Bierbrauereien tatsächlich, daß durch ein Nichtraucherschutzgesetz der Absatz von Bier und anderen alkoholischen Getränken dermassen zurückgehen würde, daß man sich in der Existenz bedroht sieht? Das ist doch blos Panikmacherei. Zwar ist es nachgewiesen, daß Nikotinsucht und Alkoholsucht Hand in Hand laufen, aber ich glaube kaum, daß es durch weniger Raucher auch weniger Biertinker geben würde. Vor allem nicht in Bayern!
Liebe Leut’ von der Bierwirtschaft: Auch Nichtraucher trinken mal ein Bier. Oder zwei. Und vielleicht werden sie in Zukunft öfters in der Kneipe anzutreffen sein, als dies im Augenblick der Fall ist, da sie zum Feierabend-Bier auch noch die stinkende Luft der Raucher mitinhalieren müssen ohne irgendein Recht etwas dagegen sagen zu dürfen oder tun zu können.
Dies hat hoffentlich nun ein Ende, wenigstens schon mal in Bayern.
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Kommentare
3 Kommentare zu “Bayern sagt JA!”
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13:58 uhr

am 07.07.2010 um 15:46 Uhr
Als Nichtraucher begrüße ich das Ergebnis des Volksentscheides in Bayern und würde mich freuen wenn wir in allen anderen Bundesländern eine ähnliche Regelung hätten. Deswegen finde ich es auch besonders enttäuschend, dass der Bundesgesundheitsminister sich nicht dafür einsetzen möchte und die Verantwortung den Bundesländer zuschiebt.
am 07.07.2010 um 21:44 Uhr
Und wann wird Alkohol verboten? Dessen Auswirkungen sind nicht minder schädlich.
am 08.07.2010 um 14:01 Uhr
@Max: Nun, der Bundesgesundheitsminister setzt sich dafür ein die Krankenkassenbeiträge wieder mal zu erhöhen. Das ist doch Verantwortung genug! *sarkastisch*
@ulf_der_freak: Danke für deinen Link zum Thema Alkoholsucht. Ich finde, daß ein generelles Alkoholverbot politisch nicht durchsetzbar wäre. Schließlich gefährdet der Alkoholtrinkende nicht sein Umfeld solange er sich nicht auf die Räder begibt. Dafür sind eben die Bußgelder und Alkoholkontrollen zuständig. Das soll nicht die Gefährlichkeit der Alkoholsucht mindern. Das Alkoholverkaufsverbot an Tankstellen ab 22:00 Uhr bis 06:00 Uhr ist ein kleiner aber wichtiger Schritt um vorallem Jugendlichen die 24-stündige Verfügbarkeit des Alkohols zu nehmen. Wer sich aber besaufen will, wird leider immer Wege und Mittel dazu finden.