Green Lantern angelaufen

3C CinemaEine neue SciFi Comicverfilmung aus dem Hause DC Comics ist in den (3D) Kinos deutschlandweit angelaufen. Green Lantern, zu deutsch soviel wie Grüne Laterne, etabliert einen neuen Leinwand-Superhelden.

Dieser Film ist “neben Superman und Batman eine der Schlüsselfiguren im DC-Universum: Seit über 60 Jahren beschützt der kosmische Heroe die Comicwelt vor bösen Aliens und seelenfressenden Parasiten. In der ersten Kinoverfilmung tritt Ryan Reynolds (“Buried”) nun das grüne Erbe an”. Vorsicht: Spoilerwarnung

Nicht nur Sheldon Cooper, der pedantische Held aus der Erfolgssitcom “The Big Bang Theory”, trägt sein Zeichen: Jeder Comicfan in Amerika, der etwas auf sich hält, hat mindestens ein T-Shirt mit dem Wappen des Superhelden Green Lantern im Schrank liegen. In Deutschland hingegen ist die von Autor Bill Finger und Zeichner Martin Nodell 1940 erfundene Figur samt dazugehö­riger Bildchenchronik, in der bis heute sechs menschliche Heroen (inklusive der toughen Jade) unter dem Banner der grünen Laterne dem Guten dienten, so gut wie unbekannt. Das dürfte sich nun ändern.

Seit Jahrtausenden wacht eine Gruppe von selbstlosen Aliens über den Frieden im Weltraum. Von dem entfernten Planeten Oa aus kontrolliert diese Förderation, genannt das “Green Lantern Corps”, die in 3600 Sektoren aufgeteilte Galaxie. An ihren Fingern tragen die Mitglieder kraftvolle Ringe, deren Energie alle 24 Stunden an einer Laterne aufgeladen werden muss. Mit deren Hilfe ist es ihnen möglich, ihre Gedanken in reale Gegenstände umzuwandeln und so als Waffen für den Frieden im Universum einzusetzen. Doch gegen die neuste Bedrohung scheint jedes Schmuckstück machtlos. Denn ein uralter Feind, Parallax, kann sich aus seinem Gefängnis befreien und versetzt die Truppe in grüne Aufregung. Selbst der Furchtloseste von ihnen, Abin Sur, findet kein Mittel gegen den angstabsorbierenden Nebel und strandet nach einem Kampf mit dem Monster schwer verletzt auf der Erde. Vor seinem Tod jedoch erwählt sein Ring den waghalsigen Testpiloten Hal Jordan (Ryan Reynolds) zu Abin Surs Nachfolger. Und ohne es zu ahnen, wird der heißblütige Hallodri plötzlich zur einzigen Rettung aller Welten.

Mit einem Budget von rund 150 Millionen Dollar inszenierte Regisseur Martin Campbell (“Die Maske des Zorro”, “Casino Royale”) das Sci-Fi-Universum des nach Batman und Superman wohl bekanntesten aller DC-Helden als CGI-Spektakel im Videospiellook. Aus diesem Grund steht hier auch weniger die Verwandlung des durch den Tod seines Vaters seelisch gebrochenen Hal Jordan zum intergalaktischen Heilsbringer im Vordergrund, sondern die Schauwerte. Und davon hat “Green Lantern” jede Menge zu bieten: Ob der Planet Oa mit seinen farbenprächtigen Landschaften oder das Ungetüm Parallax mit seinen wabernden Tentakeln – vor allem die Hardcorefans der Vorlage dürften an den fantasievoll am Computer gestalteten Figuren und Sternen ihre wahre Freude haben. Und genau darin liegt auch das Problem. Für die Anhänger der Reihe nämlich spickte Campbell sein Abenteuer mit vielen Reminiszenzen an die Originalstorys: So trägt Hals Kollegin und heimliche Liebe Carol auf ihrem Helm das Wort “Sapphire”, den Namen ihrer späteren Bösewichtidentität Star Sapphire. Jordans strenger Mentor Sinestro (Mark Strong) treibt zudem gegen Ende des Films die Herstellung eines gelben Rings der Angst voran – die Grundlage seiner späteren, in den Comics beschriebenen Schreckensherrschaft. Und wenn Hal Jordan sich mit einem Schwur schließlich den Idealen des Corps verschreibt, wird bei Laternen-Groupies endgültig Gänsehaut sprießen: “Am hellsten Tag, in schwärzester Nacht entgeht nichts Böses meiner Wacht, wer finsteren Mächten sich verspricht, der hüte sich vor Green Lanterns Licht.”

Details wie diese werden Green-Lantern-Neulingen indes kaum auffallen. Sie sehen sich stattdessen einem visuellen Overkill ausgesetzt, der die Netzhaut Purzelbäume schlagen lässt. Zwar werden sie auch ohne Kenntnisse der Vorlage schnell in die Gesetze des grünen Kosmos hineingezogen, eine Faszina­tion für die am Computer gestalteten Super­aliens mag aufgrund der gehetzt wirkenden Erzählweise aber nur bedingt auf­kommen. Ryan Reynolds indes trifft da keine Schuld: Mit süffisantem Charme (“Für die Maske kann ich nichts, die war beim Outfit mit dabei”) bewahrt er selbst in den überdrehtesten Action-szenen heroisch Haltung. (Originaltext: www.cinema.de)

Auch ich konnte mit dem Begriff Green Lantern bis dato nichts anfangen, obwohl ich ein SciFi-Fan bin, aber gar nix mit Comics anfangen kann. Deshalb werden für mich auch die Tausenden von Superhelden und -schurken der amerikanischen Comicszene solange ein Nogo bleiben bis eine gute Verfilmung für die Kinos umgesetzt wird.


Ich bin grundsätzlich der Meinung, daß man sich SciFi-Comicverfilmungen unbedingt im Kino anschauen sollte und nicht warten darf bis diese auf Bluray oder DVD in den Videoverleih kommen. Deshalb habe ich mir gestern abend in Stuttgarts CinemaxX in einer Spätvorstellung mit gerade mal 5 anderen Insomniageschädigten die 3D-Version des Films reingezogen und kann solch ein Erlebnis allen Nichtfrühaufstehern nur empfehlen. Unter der Woche ohne großes Gedränge vor der Kasse, im Kinosaal und am Platz für einen viel geringeren Preis als am Wochende empfinde ich einen Kinobesuch als viel angenehmer als die überfüllten Säle samt stickiger Luft bei Neuerscheinungen.

Die Verfilmung finde ich als sehr gelungen, mir war zu keiner Minute langweilig. Doch Erstlingswerke dieses Formats haben meistens diesen Effekt, da man mit den Figuren und dem gesamten Handlungsstrang zum ersten Mal in Berührung kommt. Man darf auch auf den zweiten Teil gespannt sein, welcher 100%-ig folgen wird, denn Zuschauer die die Geduld hatten sich auch den gesamten Abspann anzuschauen, konnten erfahren, daß Hals außerirdischer Mentor und Führer des Green Lantern Corps Sinestro sich den gelben geschmiedeten Ring der Angst anlegt und sich in einen Bösewicht verwandelt.

Eine große Kritik gibt es leider an der 3D Version des Films: Und zwar daß man nicht viel vom 3D merkt, selbst wenn man die Brille die ganze Zeit aufhat. Die 3D-Warsteiner-Werbung vor dem Film topt die 3D-Effekte des Films um Längen und auch die RealD-Kurzfilm-Werbung, welche einen über die 3D-Fähigkeit des Films aufklärt, ist bei weitem ansprechender als der Film. Das soll jetzt nicht heißen, daß Green Lantern schlecht ist. Man darf aber nicht viel von den 3D-Effekten erwarten, da es diese kaum gibt im Film bzw. sie dermassen schlecht umgesetzt wurden, daß man sich auch die konventionelle Version beruhigten Gewissens zu Gemüte führen kann. Transformers 3 war bis dato der beste 3D-Film welchen ich bis jetzt gesehen habe und auch der kommende Die 3 Musketiere-Film in echtem 3D zeigen einem den Unterschied zwischen den unterschiedlichen Qualitäten der dreidimensionalen Verfilmungen.

Dieser Beitrag wurde unter 2011, Kino, Sci-Fi abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort auf Green Lantern angelaufen

  1. Kalle sagt:

    Super Artikel! Ich werde da nochmal versuchen mehr zu erfahren!

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

E-Mail-Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren.
Auch möglich: Abo ohne Kommentar.