Heavy Rain

Mein Hall of Game Platz 6: Heavy Rain

USK16-Etikett inkl. Hinweis transparent

6. HEAVY RAIN™

Heavy Rain

Heavy Rain Wallpaper © Quantic Dream

Kein Spiel hat über so kontroverse Reaktionen in der Gamer-Community geführt wie Heavy Rain vom erfolgreichsten französischen Videospielentwickler Quantic Dream. Das Rollenspiel ist ein sogeannter RPG (Role playing game) mit interaktiven Filmsequenzen. Das wäre nicht so schlimm, wenn die Art der Steuerung der 4 Charaktere im Spiel die Gemüter nicht so polarisieren würde. Quantic Dream betrat hier nämlich absolutes Neuland indem die Steuerung nicht wie bei 99 % der Spiele über das Steuerungskreuz ausgeführt wird, sondern über die 4 Aktionsbuttons. Dies ermöglicht im Spiel einerseits alternative Storyabläufe und Endings, jedoch auch beim zu späten oder falschen Drücken von Buttons in Action-Szenen den Tod der Hauptfigur. Solch eine unortodoxe Controller-Steuerung ist selbstverständlich stark gewöhnungsbedürftig. Sieht man aber einmal davon ab, ist das Spiel eines der emotionalsten Videospiele, die ich jemals gespielt habe und deshalb landet es in meiner Hall of Game auf Platz 6.

Doch worum geht es in diesem Titel?

In einer US-amerikanischen Großstadt passieren jedes Jahr im Herbst brutale Kindermorde eines Serienkillers mit immer denselben Umständen: in der Nähe von Eisenbahnanlagen werden Kinder dessen Gesicht mit Matsch bedeckt ist, gefunden. Auf der Brust liegt eine Orchidee und in der Hand halten die Opfer eine Origami-Figur. Damit erhält der Killer auch den Namen Origami-Killer.
Eine der Hauptcharaktere Ethan Mars wird in den Fall verwickelt als sein eigener Sohn bei einem Einkaufscenter-Besuch in der Menge verschwindet und er daraufhin Hinweise bekommt was er alles tun muß um seinen jüngeren Sohn Shaun zu finden bzw. zu retten. Der geschiedene Architekt hat bereits bei einem Autounfall seinen älteren Sohn Jason verloren und leidet seit dem unter Agoraphobie (=Angst vor bestimmten Örtlichkeiten).
Auf seinem Weg die 5 vom Killer gestellten Aufgaben zu lösen um den Aufenthaltsort seines Sohnes zu erfahren, schneiden sich seine Ermittlungswege mit denen der ledigen an Schlaflosigkeit leidenden Reporterin Madison Page, die auf eigene Faust nach dem Killer sucht. Neben diesen 2 Charakteren muß man noch mit dem drogensüchtigen FBI-Profiler Norman Jayden ebenfalls versuchen die Serienmorde aufzuklären. Außerdem heftet sich der pensionierte Polizist und Privatdetektiv Scott Shelby, der von den Eltern der Entführungsopfer beauftragt wurde ihre Fälle zu lösen, dem Origami-Killer an die Fersen.
Die Spannung entsteht im Spiel dadurch, daß jede Entscheidung oder nichtgetroffene Entscheidung im Verlauf des Spiels zu anderen Verdächtigen und einem anderen Killer am Schluß führt.

Mein Fazit: Gewöhnt man sich einmal an die mißglückte Steuerung des Spiels, wird man durch die Filmstory dermassen in die Geschichte des Spiels emotional aufgesogen, wie bei kaum einem anderen PS3-Spiel. Nimmt man einmal Abstand von rasanter Action und schraubt seine Spielgeschwindigkeit herunter, wird man in eine immer düster werdende und depressive Atmosphäre hingeführt, die durch die Persönlichkeitsprobleme der einzelnen Hauptcharaktere entstehen. Wenn sich Ethan Mars bei einer Aufgabe selbst den Finger abschneiden muss und dies durch diese „emotionalisierte Controllersteuerung“ geschieht, der kann sich vorstellen wie mies man sich danach fühlt und wozu ein Vater bereit sein kann/muß um seinen letzten verbliebenen Sohn zu retten.